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Verschiedene Typen von Diabetes


Es gibt verschiedene Formen von Diabetes:

Typ 1 Diabetes  

Der Typ Diabetes wird auch als "Diabetes im Kindes-/Jugendalter" oder als "Insulinmangeldiabetes" bezeichnet. Er kann zwar in jedem Alter auftreten, meistens sind die Betroffenen bei Ausbruch aber unter 20 Jahre alt. Direkte Ursache des auftretenden Insulinmangels ist eine Entzündung und Zerstörung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse durch das körpereigene Immunsystem (Abwehrsystem), so dass der Körper schliesslich überhaupt kein Insulin mehr produzieren kann. Der Grund für diesen Krankheitsprozess ist nicht restlos geklärt. Virusinfektionen, Überempfindlichkeitsreaktionen gegen bestimmte Eiweisse, Umweltfaktoren sowie der Einfluss der Erbanlagen scheinen eine wesentliche Rolle zu spielen.

Für Menschen mit Typ 1 Diabetes ist daher eine tägliche, angemessene Insulinzufuhr sowie eine bewusste Ernährungsweise und körperliche Aktivität lebensnotwendig.

Symptome

  • Häufiges Urinieren
  • Starkes Durstgefühl
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit, Schwäche und Abgeschlagenheit
  • Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Juckreiz
  • Schlecht heilende Wunden
  • Wiederholte Infektionen der Haut oder Harnblase

Therapie

Bis zum heutigen Tage gibt es keine Heilungsmöglichkeiten für den Typ 1 Diabetes. Auch eine Therapie zur Verminderung des Ausbruchs der Erkrankung ist nicht bekannt. Deshalb ist eine frühzeitige und gute Behandlung die wichtigste Voraussetzung, um ein normales Leben und den Schutz vor Folgeschäden zu ermöglichen.

Die Behandlung zielt auf eine Normalisierung der Blutzuckerwerte ab. Je besser die Blutzuckerwerte sind, umso besser fühlt sich ein Mensch mit Diabetes und desto unwahrscheinlicher wird das Auftreten von Folgeschäden.

Menschen mit Typ 1 Diabetes benötigen von Anfang an eine Insulinbehandlung und müssen die Anwendung und Dosisanpassung des Insulins erlernen. Körperliche Aktivität und die Aufnahme kohlenhydratreicher Nahrung beeinflussen darüber hinaus den Insulinbedarf wesentlich, so dass die Teilnahme an einer strukturierten Diabetesschulung empfehlenswert ist.

Die Verabreichung des Insulins muss in Form von Injektionen erfolgen, da bei oraler Verabreichung (als Tablette) das Insulin durch Verdauungsenzyme zerstört würde. Die Entwicklung von modernen Injektionshilfen ermöglicht den Menschen mit Diabetes eine einfache, diskrete und exakt dosierte Insulinverabreichung.

Es gibt verschiedene Arten von Insulintherapien. Grob unterscheidet man zwischen der konventionellen und der intensivierten Insulintherapie:

Die konventionelle Insulintherapie

Bei dieser Therapieform spritzt sich ein Mensch mit Diabetes ein- oder zweimal täglich langwirksames Insulin oder Mischinsulin. Das bedingt die strikte Einhaltung von Mahlzeiten. Diese Behandlung eignet sich vor allem für jene Menschen mit Diabetes, deren Pankreas noch eine gewisse Insulinmenge zu bilden vermag. Zu beachten ist dabei, dass dem Körper die grösste Kohlenhydratmenge zugeführt wird, wenn das injizierte Insulin seine Maximalwirkung erreicht. D.h. wenn morgens lang wirkendes Insulin gespritzt wird, muss ein angemessenes Mittag- und Abendessen eingenommen werden.

Die intensivierte Insulintherapie

Jeder Nicht-Diabetiker hat immer etwas Insulin im Blut, weil auch im nüchternen Zustand Insulin zur Steuerung der Stoffwechselvorgänge in der Leber benötigt wird (basaler Insulinbedarf). Wenn etwas Kohlenhydrathaltiges gegessen wird, steigt der Blutzuckerspiegel an. Dieser Anstieg bewirkt, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ausschüttet - so wird ein starker Blutzuckeranstieg vermieden, der Blutzucker wird im Normbereich (ca. 5-7 mmol/l oder 90-126 mg/dl) gehalten (mahlzeitenabhängiger Insulinbedarf).

Bei der intensivierten Insulintherapie, oder auch Basis-Bolus-Therapie genannt, wird dieser natürliche Regelmechanismus nachgeahmt. 1 bis 2x am Tag wird langwirksames Insulin gespritzt, um den basalen Insulinbedarf zu decken; zu den Mahlzeiten wird kurzwirksames Insulin gespritzt, um die Blutzuckerspitzen, die durch die Aufnahme von Kohlenhydraten in der Nahrung entstehen, abzudecken.

Wichtiger Hinweis: Das Basis-Bolus-Konzept erfordert ein hohes Mass an Wissen und Erfahrung vom Arzt und vom Menschen mit Diabetes. Eine Ein- bzw. Umstellung auf das Basis-Bolus-Konzept ist nur mit einer intensiven Schulung möglich.

Heutzutage stehen sehr gute Schulungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es werden auch Informationswochen für Menschen mit Diabetes angeboten, in denen sie von dipl. Diabetesspezialisten und dipl. Ernährungsberaterinnen individuell betreut werden.

 

Typ 2 Diabetes 

Der Typ 2 Diabetes wurde auch als "Altersdiabetes" bezeichnet. Dieser Begriff ist nicht korrekt, da immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene von dieser Erkrankung betroffen werden. Typischerweise sind Menschen mit Typ 2 Diabetes bei Diagnosestellung aber im mittleren Lebensalter und häufig übergewichtig.

Neben einer ungesunden Ernährung und Bewegungsmangel mit Zunahme des Körpergewichts sind eine gewisse erbliche Vorbelastung wesentliche Risikofaktoren.

Die Beschwerden beim Typ 2 Diabetes sind oftmals über viele Jahre hinweg nur sehr schwach ausgeprägt, weshalb die Erkrankung häufig viel zu spät festgestellt und behandelt wird.

Beim Typ 2 Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar zunächst noch ausreichend Insulin, dieses wird aber zu langsam und zum falschen Zeitpunkt freigesetzt oder wirkt auf Grund des Übergewichts nicht ausreichend (Insulinresistenz). In diesem Stadium kann der Typ 2 Diabetes häufig durch eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie verstärkter körperlicher Aktivität behandelt werden. Bei unzureichender Absenkung der Blutzuckerwerte kann die Therapie durch zusätzliche Gabe von Tabletten unterstützt werden, die an der Bauchspeicheldrüse eine verstärkte Insulinausschüttung oder im Körper eine Verminderung der Insulinresistenz bewirken.

Wenn in einem späteren Stadium die Insulinproduktion vermindert ist, muss durch zusätzliche Insulingabe von aussen, eventuell auch in Kombination mit Tabletten, behandelt werden.

Symptome

  • Häufiges Urinieren
  • Durstgefühl
  • Oft erhöhtes Gewicht
  • Schläfrigkeit
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Kribbeln und Starre an Händen und Füssen
  • Hautinfektionen
  • Langsames Heilen von Wunden und teilweise Jucken an den Füssen

Therapie

Für Menschen mit Typ 2 Diabetes muss die normale Wirkung des körpereigenen Insulins wiederhergestellt, d.h. die Insulinresistenz beseitigt werden. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist eine Umstellung der Lebensweise mit bewusster, vollwertiger Ernährung, Normalisierung des Körpergewichtes und regelmässiger körperlicher Aktivität.

Häufig ist allein durch diese Massnahmen schon eine Verbesserung der Blutzuckerwerte zu erreichen. Für viele Menschen wird allerdings die zusätzliche Verabreichung blutzuckersenkender Tabletten erforderlich werden, die bei erfolgreicher Umstellung der Lebensweise aber auch vorübergehend sein kann.

Ein Teil dieser Medikamente wirkt, indem die Insulinausschüttung an der Bauchspeicheldrüse angeregt wird, andere bekämpfen die Insulinresistenz im Körper oder reduzieren die Zuckerneubildung in der Leber. Je nach Höhe der Blutzuckerwerte kann aber früher oder später die Therapie mit Insulin, gegebenenfalls auch in Kombination mit Tabletten, notwendig werden.

Wichtig ist, dass die Therapie unmittelbar nach der Diagnosestellung begonnen und wirklich ernsthaft durchgeführt wird.

Der frühere Mythos vom "leichten Diabetes mellitus" oder vom "harmlosen Alterszucker" ist endgültig ins Reich der Märchen zu verweisen.

Nur durch eine zeitgemässe und frühzeitige Behandlung des Diabetes wird sowohl eine gute Lebensqualität als auch ein optimaler Schutz vor den gefürchteten Folgeschäden erreicht.

 

Andere Typen von Diabetes 

Dazu zählen unter anderem der so genannte Gestationsdiabetes, der plötzlich während der Schwangerschaft bei Frauen auftritt, die niemals zuvor Anzeichen auf erhöhte Blutzuckerwerte hatten, sowie der sekundäre Diabetes, welcher durch eine andere Grundkrankheit oder auch Medikamente ausgelöst werden kann. Diese Formen des Diabetes treten allerdings eher selten auf.

 

 

 

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